MEINE AHNEN SIND VOM BALKAN

TEXT: SNEZANA SUSLER, DIPL. YOGATEACHER YCH / EYU

www.nenayoga.com

Ich bin in der Schweiz geboren.

Meine Eltern sind vor 60 Jahren aus Belgrad, Ser­bien in die Schweiz gekommen.

Sie haben sich beide in Belgrad kennengelernt.

Mein Vater kam aus Bosnien und meine Mutter vom Kordun / Lika nach Belgrad um in der Gross­stadt Arbeit zu finden und sich ein Leben aufzu­bauen.

Es war der Aufbau nach dem 2. Weltkrieg.

Ursprünglich war die Aufgabe der beiden älteren Geschwister meiner Mutter, einen wohlhaben­den Mann für meine Mutter zu finden. So wäre sie „versorgt“ gewesen.

Mein Vater flüchtete als 16-jähriger aus seinem Elternhaus und hat sich selber um seine gesam­te Schulung kümmern müssen. Er schloss die Hochschule ab.

Er war arm.

Was heisst Armut?

Meine Mutter lebte in einem Haus, deren Wände und Boden aus Erde gebaut wurden. Nach dem Weltkrieg war alles weg. Sie erzählte mir immer von der Katze die ihre Füsse wärmte und von der mageren Kuh die sie hatten und sie sich durch diese Kuh reich fühlten.

Erst ging ihr älterer Bruder in die Stadt um eine Arbeit zu finden, dann folgte ihre ältere Schwes­ter. Danach meine Mutter- die sie als jüngste ver­heiraten wollten, weil sie keine Schule abschlies­sen konnte.

Also war der Weg eine reiche Heirat.

Meinem Vater ging es ähnlich. Nur war sein Weg keine Verheiratung, sondern der Hochschulab­schluss. Jedoch hatte auch er eine reiche Vereh­rerin, doch er entschied sich für die Liebe.

Die beiden fanden sich.

Damals hatten viele Länder im Ausland den Be­darf an Arbeitskräften und der Verdienst war besser. So nahm mein Vater das Auswandern auf sich.

Damals durfte weder der Ehepartner noch das Kind mit.

Es war eine sehr Angst besetzte Zeit. Gerade jetzt und heute können wir es nachfühlen.

Meine Mutter musste mit meiner Schwester in Belgrad bleiben. Sie war ein Baby.

Meine Eltern hatten sich Geld geborgt von mei­nem Onkel – der Bruder meiner Mutter – um sich einen Schopf zu kaufen in dem sie als frisch ge­wordene Familie wohnen konnten.

Kaum hatten sie es gekauft und Schulden auf sich genommen – erfuhren sie, dass der Schopf abgerissen werden sollte.

Also nahm mein Vater die Auswanderung auf sich.

Nach einigen Jahren durften dann endlich die Ehepartner auch in die Schweiz aber OHNE Kin­der!

Es war wohl die schwierigste Entscheidung ihres Lebens.

Meine Eltern entschieden sich aus dieser Not und dem Leid heraus – für uns – ihre Kinder, das Opfer auf sich zu nehmen.

Meine Mutter fand Arbeit. Meine Schwester war bei unseren Verwandten. Inzwischen wurde ich in der Schweiz geboren und endlich gab es die Gesetzänderung, dass auch die Kinder zu den El­tern durften.

Meine Eltern sparten 20 Jahre lang, Sparten und bauten sich in Belgrad ein Haus in das sie glück­lich und gesegnet einziehen wollten.

Das Glück hielt aber nicht an.

Meine Schwester wollte – damals schon volljährig nicht aus der Schweiz, meine Mutter hatte einen guten Job und fühlte sich wohl hier und wusste, dass sie nicht mehr arbeiten würde in Belgrad.

Dazu kommt, dass die Frauen- Generation unse­rer Eltern sich noch dazu verschrieben hatten ihren Mann glücklich zu machen und sich dabei selber „Aufgaben“. Es hat auch etwas mit dem Gefühl der Abhängigkeit zu tun. Der Mann war der Ernährer.

Ich war damals 14 J.

Also zogen wir nach Belgrad, so dass 6 Monate später mein Vater erkannte, dass er inzwischen mehr Schweizer war – als es ihm bewusst war. Und so fanden mein Vater und meine Schwester den Weg wieder zurück in die CH. Meine Mutter und ich blieben – bis die beiden arbeit fanden. Als sie sich einrichteten und Arbeit und Wohnung hatten, bekamen wir die Botschaft, dass mein Vater Krebs hatte. Sarkom.

Wahrscheinlich von der Arbeitsstelle in der CH – er war Zimmermann und Schreiner. Damals gab es Isolationen für Häuser die den Krebs erzeug­ten.

Es war eine Zeit die gefühlsmässig einer Natur­katastrophe ähnelte.

Meine Mutter flog zu meinem Vater / Schwester-ich blieb voraussichtlich in Belgrad und besuchte die Schule, versorgte mich selber und hatte mei­ne Freunde und Verwandte die mich stützten.

Nach 2-3 Jahren zog ich zurück zu meiner Fa­milie in die Schweiz. Kurz darauf verstarb mein Vater.

Ein Jahr später, hatte ich einen Tumor am linken Eierstock, damals war ich 18 Jahre alt. Ich hatte mit meinem kurzen Leben abgeschlossen und war bereit zu gehen. Doch ich durfte leben. Es war ein gutartiger Tumor.

Kein Jahr später bekam meine Mutter eine Krebs Diagnose. Ohne Metastasen. Durch die Operati­on und Bestrahlung wurde sie geheilt.

Ich bildete mich Schritt für Schritt aus. Von der Spitalgehilfin im Altersheim zur Anästhesie Fachexpertin. Ich arbeitete 25 Jahre im Kranken­haus und befasste mich vertieft mit dem Leben, dem Atem, mit Krankheit und Gesundheit, dem Bewusstsein und dem Zusammenspiel unserer Psyche.

Mit 71 Jahren bekam meine Mutter die Krebs Diagnose und starb 6 Monate später.

Ich hörte damals augenblicklich auf zu arbeiten und begleitete sie auf diesem letzten Weg bis zu ihrem letzten Atemzug.

Noch während ihrer Krankheit entschied ich mich umzuschulen zur Yoga Lehrerin. Nach dem Tod meiner Mutter, war ich innerlich erstarrt.

Ich machte mich auf den Weg der inneren For­schung, der Ganzheitlichkeit. Körper, Seele und Geist vereinen. Yoga. In dieser 5-jährigen Aus­bildung, löste ich Schritt für Schritt, Schicht um Schicht meine inneren Wunden.

Mich liess der Gedanke nicht los, den Ursprung von Krankheiten, den Ursprung von Krebs zu finden. Ich wusste, dass ich wahrscheinlich an Krebs sterben werde, wenn ich das nicht löse. War es möglich das Lebensblatt neu zu schrei­ben?

Die Spiritualität wuchs in mir und die Erforschung der Kraft der Gedanken wurde klarer denn je. Yoga wurde zu meinem Leben. Ich erkannte, dass in unseren Gedanken der Ursprung von vie­len Krankheiten lag.

Vor 2 Jahren hatte ich dann ein enormes Wissen erreicht, dass ich auch weitergeben konnte, denn viele Werkzeuge standen mir zu Verfügung. Und trotzdem fühle ich mich heute noch immer wie ein Schüler, als Anfänger, denn das Lernen hört nie auf.

Ich forschte weiter.

So kam ich tiefer und kam zu meinen inneren Kind mit dem ich absolut keinerlei Kontakt mehr hatte. Ich merkte sehr schnell, dass die Ener­gie Medizin mein Weg ist. Ich kam dank dieser Arbeit in die eigentliche Transformation und mit der Methode, die dem Yoga sehr ähnelte, kam ich jedoch viel direkter zum Ursprung unserer inne­ren Programme die gelöst werden konnten. Ich habe es endlich gefunden!

Mit der Anden Kosmologie arbeite ich mich Schritt für Schritt durch meine unbewussten Pro­gramme. Programme die von unseren Vorfahren, unseren Eltern übernommen sind und uns un­bewusst leiten, uns in den bekannten Schmerz führen, in die Trauer, die Wut. In unsere vererbten Krankheiten. Die Begriffe wie Kleshas (Sanskrit Wort, die 5 Ursachen vom menschlichen Leid), Bewusstseinsarbeit, Krieger des Lichts, Magie und Schattenarbeit bekamen eine ganz neue le­bendige Bedeutung.

Doch wie geht das? Programme lösen und Be­wusstsein erweitern?

Kann man Krankheiten heilen?

Hier ein Beispiel.

Es kam der Lockdown. Die Isolation. Kaum hatte ich mich entschieden Online Yoga zu unterrich­ten verletze ich meine rechte Hand an einem zer­brochenen Glas und schnitt mich so tief, dass mein Mann, Arzt, mich in unserer Küche operier­te, mein Sohn assistierte. 4 Stiche. 2 Wochen ru­hen.

Ich kam damit total aus der Komfortzone. Es gibt keine Zufälle, also beobachtete ich was kommt. Ich konnte meine Zähne nicht putzen, keinen schnellen Abwasch machen, keinen BH anziehen ich wurde sehr rasch wütend.

Ich setze mich hin und ging in die Wut und er­forschte, woher kam diese Wut. Es zeigten sich in der Zeitlinie alle Beziehungen, Gesichter, alle Situationen kamen ans Licht, bei denen ich Ab­lehnung erlebte von aussen und gleichzeitig sah ich meine Ablehnung von innen diesen Perso­nen und Situationen gegenüber. Ich bekam von aussen was ich von innen her unbewusst fühlte. Hinter der Wut zeigte sich Trauer.

Und der Satz „ich gehöre hier nicht hin“ wieder­holte sich immer und immer wieder, doch ich schenkte diesen Worten bis anhin keinerlei Auf­merksamkeit in meinem Leben.

Ich erkannte, dass ich alles in meinem Leben tat, um mit Menschen in Beziehung zu kommen, mit denen mein Inneres Wesen gar nicht im Kontakt sein wollte.

Ich verstellte mich.

Ich verleugnete mich.

Ich wollte dazu gehören – zu denen – nur weil ich damals mit 18 Jahren als ich zurück in die Schweiz kam, keinen Platz für mich fand – keine Menschen fand, mit denen ich gleich schwinge, die tickten wie ich. Ich war damals der Zeit vor­aus.

Ich fand keinen Anschluss und um zu überleben und aus Einsamkeit heraus spezialisierte ich mich darin – mich anzupassen- um das Gefühl zu bekommen – ich gehöre hier hin – zu Menschen die eigentlich nicht zu mir passten.

Ich verleugnete meine Gefühle und passte mich dieser Oberflächlichkeit an.

Ich beerdigte mich damit und redete mir ein, dass dieses benehmen normal sei und bemühte mich «normal» zu sein. Ich machte mir die gan­zen Jahre etwas vor.

Eine Selbsterkenntnis die ich nicht anschauen wollte. Die weh tat.

Ich war die ganze Zeit innerlich isoliert, weil ich aufgab meiner inneren Stimme zu folgen, die die ganze Zeit zu mir sprach. Es war ein Versteck spielen und habe mich selber ertappt, dass ich ein falsches Spiel spielte. Ein unangenehmes Ge­fühl.

Ganz langsam schleicht sich Erleichterung ein und Freude. Es beginnt sich zu transformieren, denn nun kann ich damit aufhören. Bin bei mir angekommen, echter denn je und das verändert alles.

Was für ein Geburtstag!

Was für eine Befreiung aus der Isolation während der Isolation!

Ein weiterer Schritt zu meinem neuen Ich. Ein weiterer Schritt aus der kranken Schwingung zur Gesundheit. Würde ich weiterhin in diesem Muster weiterleben, würde mein Körper irgend­wann krank werden, um mir zu zeigen, dass et­was nicht gut für mich ist. In der Energie Medizin sind Krankheiten Symptome, deren Ursache auf seelischer Ebene gesucht und aufgelöst werden können.

Unsere Vergangenheit bestimmt unsere Gegen­wart und bestimmt unsere Zukunft, weil wir aus den Emotionen der Vergangenheit handeln. Ge­lingt es uns, die Vergangenheit zu transformieren – ein Gefühl aufzulösen, aus dem wir unbewusst handelten – gelingt es uns unsere Gegenwart und damit auch unsere Zukunft zu verändern. Und zwar positiv.

Durch Meditation, Selbstbeobachtung, Achtsam­keit und Liebe können wir wachsen und unser Leben und unsere Gesundheit selbst in die Hand nehmen. Die geglaubte Einschränkung ist nur in unseren Köpfen. Wenn wir dies erkennen und uns unserer Negativitäten bewusstwerden und es schaffen, sie zu transformieren und zu neutra­lisieren, wird plötzlich alles möglich!

Ich habe in meinem Leben Wunder erlebt, meine Träume wahr werden lassen. Meine Arbeit hat mir wundervolle Türen geöffnet. Damit möchte ich jedem Mut machen und sagen, dass alles möglich ist und wir keine Opfer unserer Biologie sind.

Ich könnte ein Buch über die wunderbaren Er­eignisse in meinem Leben schreiben, und mein größter Wunsch ist es, Sie zu ermutigen um zu glauben, dass Unmögliches – Möglich ist.

Wie Rumi so schön sagte

«It`s your road, and your`s alone,
orthers may walk it with you,
but no one can walk it for you.”

Von ganzem Herzen Danke für diese Möglichkeit und bleiben Sie gesund.